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12.09.04

29.03.10


Strompreisvergleich



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Schaubild Anteil Ökostrom









Stromerzeugungskosten regenerativ

Bei Photovoltaik sind die Preise für den erzeugten Strom von ca. 50 Cent/kWh im Jahr 2005 recht weit vom Marktpreis entfernt ist. Nur durch das hohe Einspeiseentgelt ist es möglich, daß sich eine solche Anlage auch betriebswirtschaftlich rechnet. Doch ob das volkswirtschaftlich so viel Sinn macht, traue ich mich nicht zu beurteilen, zumal auch langfristig kein Preis unter 20 Cent/kWh erwartet wird. Zumindest galt dies vor der Möglichkeit gereinigtes, metallurgisches Silizium für die Herstellung von Fotozellen einzusetzen.
Windstrom wird ab 2005 lt. persönlicher Mitteilung von Herrn Ehricke der Fa. Sowitec mit 8,53 Cent/kWh in der Spitze vergütet, ab 2008 sind es 8,03 Cent/kWh An guten Windstandorten fällt die Vergütung nach EEG 2009 nach 5 Jahren auf 5,02 Cent/kWh zurück und hat damit nur ein Viertel der durchschnittlichen Stromkosten für Privathaushalte von ca. 20 Cent/kWh. Einzelheiten der Vergütung sind im EEG geregelt. Ab 2009 gilt eine neue Fassung. In 2009 beträgt die Einspeisevergütung für Strom aus Windenergieanlagen an Land für mindestens 5 Jahre 9,2 Cent/kWh.
2004 wurden noch langfristige Durchschnittskosten für Strom aus Windkraft von 5 bis 6 Cent/kW/h erwartet, was damals in etwa den Kosten für Strom aus Erdgas entsprach. Doch gerade im Sommer 2004 stieg der Preis für Erdöl, was auch einen höheren Gaspreis nach sich ziehen wird. Selbst wenn aus Sicht von 2008 die Kosten für Windstrom langfristig eher Richtung 8 Cent liegen dürften, da die Kosten für die Anlagen seit 2004 wegen der hohen Nachfrage und der hohen Materialpreise deutlich gestiegen sind. Bei Gas oder Öl sind Anfang 2008 diese Preise schon fast alleine für den Brennstoff zu zahlen. Ich schätze daher die Kosten für Strom aus Erdgas im März 2008 etwa auf 15 Cent/kWh.
Kosten für Solarthermieanlagen liegen zur Zeit noch bei ca 20 Cent/kWh, sollen aber noch deutlich gesenkt werden können, wenn einmal mehrere solcher Anlagen laufen, wie sie derzeit in Südspanien von der Solarmillenium AG geplant sind. Im Sommer 2008 sollte nun die erste 50 MW Anlage fertig werden, nach mehrjähriger Planungszeit und zweijähriger Bauzeit. Seit Ende 2008 läuft die erste Anlage nun im Testbetrieb. Der Betrieb auf Nennleistung wird wohl erst im Frühjahr 2009 möglich sein, wenn auch in Spanien wieder den ganzen Tag die Sonne scheint.
Aufwindkraftwerke scheitern derzeit wegen des hohen Kapitalbedarfs für den Riesenschlot von 1000 m Höhe. Doch auch da könnte sich bis 2010 noch was ergeben. Die Ergebnisse aus einer Kooperation von Solar Millennium und Schlaich Bergermann und Partner sind eine gute Basis für weitere Gedanken.
Volkswirtschaftlich sehr sinnvoll müßten eigentlich Kraftwärmekoplungen (siehe KWA aktuell 4.11.2008) sein. Selbst bei einem guten Erdgaskraftwerk fallen immer noch ca 42 % Abwärme an. Interessant hört sich die Funktionsweise von Mischdampfkraftwerken der Firma lesa an, mit einem Wirkungsgrad bis zu 60% mit Holz als Energieträger, welcher doch noch deutlich günstiger ist als Erdgas.





Strompreiszusammensetzung konventioneller Strom

Konventioneller Strom wird für den 25.8.04 am Spot-Mark in Leipzig zwischen 1,2 Cent/kWh und 4,9 Cent/kWh je nach Tageszeit gehandelt. Der Grundlastpreis beträgt 3,3 Cent/kWh, der Tagestarif 4,0 Cent/kWh.
Am 24.02.05 lauten die Notierungen zwischen 3,2 Cent/kWh und 10,0 Cent/kWh je nach Tageszeit. Der Grundlastpreis beträgt 6,0 Cent/kWh, der Tagestarif 7,4 Cent/kWh. Im Februar 2006 beträgt der Handelspreis für den Grundlaststrom schon 7 bis 8 Cent/kWh und steigt im Sommer 2006 kurzeitig über 10 Cent/kWh und pendelt sich für den Rest des Jahres zwischen 4 und 5 Cent/kWh ein. Am 25.03.08 liegt der Grundlastpreis bei 6,7 Cent/kWh. Anfang 2009 fand ich für das Wochenende Grundlastpreise von 4 und 5 Cent/kWh und Wochentagspreise von 6 bis 8 Cent/kWh. Im Sommer bis Herbst 2008 lagen die Preise etwas höher
Diese Preise sind betriebswirtschaftliche Kosten. Daneben gibt es die sogenannten externen Kosten, die nicht in den Marktpreisen enthalten sind, da sie nicht vom eigentlichen Verursacher getragen werden.
Externe Kosten liegen zwischen 0,1 Cent/kWh bei Windkraftwerken, 3 Cent/kWh bei Erdgas, 8 bis 10 Cent/kWh bei Kohle und bis zu 20 Cent bei Kernkraftwerken gemäß Risikoabschätzung gem. Enquête 12. Dt. BT.
Diese Angaben stammten vom Bundesverband Erneuerbare Energien e.V. im Herbst 2004. Am 27.02.2005 sind die Seiten auf php umgestellt. Den betreffenden Artikel konnte ich nicht mehr finden. Auf der Seite http://www.wind-energie.de/fileadmin/dokumente/Themen_A-Z/Externe%20Kosten/Studie_Hohmeyer_ExterneKosten.pdf setzt sich Hohmeyer mit diesen Zahlen auseinander sowie den von Voß genannten Zahlen und Ansätzen.
Eine ausführliche Ermittlung der externen Kosten liefert Prof. Dr. Olav Hohmeyer von Uni Flensburg. http://www.uni-flensburg.de/eum/files/Gut_11_01.pdf Die externen Kosten tauchen in keiner betriebswirtschaftlichen Rechnung auf und zahlt dann irgendwann die Allgemeinheit. So waren mit Sicherheit auch wir an den Kosten für die Folgen des Reaktorunfalls in der ehemaligen UdSSR beteiligt, aber nicht über den Strompreis sondern über die Steuer.
Die Netzentgelte liegen bei ca 6 Cent/kWh. Dabei entfällt der größte Teil auf die Niederspannungsleitungen an die Endverbraucher. Ich habe eine recht schöne Grafik zur Zusammensetzung des Strompreise gefunden. Diese habe ich auf meinen Server als komprimierte Version (85 kB) Die Original Datei fand ich auf einer Seite von Eeg-aktuell.de.
Bild 2 Die Grafik stammt von Daten aus http://www.erneuerbare-energien.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/ee_hintergrund_2009_bf.pdf
Anteil Strom aus erneuerbaren Energiequellen


Und nun noch ein kleines Rechenbeispiel:
Um Wieviel darf der Strompreis steigen, wenn der Anteil an Windstrom um etwa zwei Prozent zunimmt?
Ein Durchschnittsverbraucher zahlt im Winter 2005/2006 ca 20 Cent pro Kilowattstunde (einschließlich der umgerechneten Grundgebühr) Davon sind ca 7,5 Cent reine Herstellkosten des Stroms laut Börse Leipzig. Laut mündlicher Aussage von MDB Ramsauer liegen die tatsächlichen Handelspreise sogar noch etwas darüber. Die Stromerzeugungskosten des Windstroms liegen im Schnitt 2005 bei etwa 8 Cent und damit um ca. 0,5 ct/kWh höher. Davon zwei hundertstel sind 0,010 ct/kWh. D.h. rein aufgrund des höheren Anteils an Windenergie dürfte eine Preiserhöhung von 20,00 Cent/kWh auf 20,010 Cent erwartet werden. Dies entspräche einer Strompreiserhöhung von 0,05 Prozent. Bei 3000 kWh pro Jahr sind das gerade Mal 30 Cent für das ganze Jahr 2006. Sollte eine Strompreiserhöhung in 2006 höher ausfallen , müßte dies andere Gründe haben.
Die Herstellpreise von konventionellen Strom liegen nun gerade deswegen so niedrig, weil die Kosten durch verbilligte Kredite in der Vergangenheit deutlich subventioniert wurden. Ohne diesen Effekt schätze ich die Herstellkosten im Januar und Februar 2006 von ca 9,5 Cent/kWh.
Aufgrund der degressiven Windstromförderung und steigendem Preis für konventionelle Energieträger sollte gerade Windstrom dazu beitragen, die Preissteigerung in Zukunft eher zu dämpfen als zu erhöhen





verschiedene Kalkulationen von Atomstrom

Auf der Suche nach Erzeugungskosten für Atomstrom habe ich im Internet Preise von 1,5 Cent /kWh bis 69,7 Pfennige /kWh gefunden. Als sehr fundiert betrachte ich die Berechnungen des RWI (pdf 142 kB) (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung) in Essen für neu zu errichtende konventionelle Kraftwerke. Auf 49 Seiten werden gut nachvollziehbar die Stromerzeugungskosten nach betriebswirtschaftlichen Kriterien berechnet. Die Studie stammt aus dem Jahr 1997 und weist Prognosen bis weit ins 21. Jahrhundert auf. Für 1995 ist ein Preis für Atomstrom von 0,13 DM/kWh angesetzt, für 2005 von 0,15 DM /kWh, mit einem Anteil von ca 50% für Kapitalkosten und ca 30% für Brennstoffkosten und ca 20% für die sonstigen Kosten.
Die Uni Marburg (pdf 51 kB) empfiehlt wegen der auf ihrer Seite 10 berechneten Kosten von 70 Pf/KWh einen Ausstieg aus der Kernenergie. Die Berechnung ist auch für Laien gut nachvollziehbar.
Laut energie-fakten.de soll
Atomstrom bei 1,5 bis 3 Cent/kWh liegen. (Stand November 2003)
Wie ist dieser
Unterschied zu erklären? Dies sonstigen Kosten (Personal- Wartungs- Hilfsstoff- und Versicherungskosten) dürften in den letzten 10 Jahren wohl kaum gesunken sein. Außerdem kann ich es mir kaum vorstellen, daß die Brennstoffkosten heute wesentlich billiger sind als vor 10 Jahren, nachdem die Hauptquelle Öl im August 2004 gerade neue Höchststände erreicht hat, die im Luafe des Jahres 2005 noch mehrfach übertroffen wurden D.h. der Atomstrom kann betriebswirtschaftlich nur deshalb billiger sein als kalkuliert, weil die Kapitalkosten deutlich niedriger sind. Dies ist heute zum Teil durch das allgemeine Zinsniveau zu erklären. Doch um auf 3 Cent/kWh zu kommen dürfte das Kapital wohl überhaupt nichts kosten. Und tatsächlich ist dieser Gedanke gar nicht so abwegig. Ich glaube in 2004 einen Bericht über 2% Zinsen für ein neues Kernkraftwerk in Finnland gelesen zu haben. Über den Zinseszinseffekt ist dies schon ein gewaltiger Batzen gegenüber dem Markzins vom 4.8.2004 von 5,21 % für 15 Jahre (lt. Finanztest 9.2004). Um einen Preis von 1,5 Cent/kWh zu erreichen, müßte auch bei abgeschriebenen Kraftwerken der Preis für Personal und Brennstoff auf die Hälfte gesunken sein. Liegen auch hier Subventionen vor?
Würde es also keine
Subventionen (z.B. steuerfreie Rückstellungen, billige Kredite, Zuschüsse zur Forschung) geben, läge auch der Atomstrompreis sicher höher. Und dann gibt es halt noch den „atomaren Abfall“ und ein Risiko, das offensichtlich gar nicht versichert werden kann, somit auch nicht versichert ist und damit zu den externen Kosten zählt. Bei der Berechnung der externen Kosten gehen Angaben leider sehr weit auseinander. Hohmeyer spricht in seiner Studie http://www.wind-energie.de/fileadmin/dokumente/Themen_A-Z/Externe%20Kosten/Studie_BMU_Vergleich_EEG.pdf (2,18 MB) auf Seite 107 von einem sehr schlechten Stand der Analyse von externen Kosten der Kernenergie. Leider finde ich die Originalstudie nicht mehr im Internet. Den alten Link habe ich daher entfernt.




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